Martin Schön

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bin jetzt als Nazi enttarnt (09/2020)

Endlich ist es heraus, nachdem ich mich ein ziemlich langes Leben lang vielseitig und intensiv für am Gemeinwohl orientierte Zwecke eingesetzt und ein eher linkes Image erworben habe, wurde ich nun von der Lokalredaktion des hiesigen Reichenhaller Tagblattes enttarnt. Eine Bürgeranfrage (§ 28 a der GO unseres Stadtrates) bzgl. solidarischer Coronamaßnahmen an dem OB und Stadtrat wurde mir zum Verhängnis. Die hiesige Redakteurin Sabine Zehringer weist mit Akribi nach, dass es mit meiner Frage an den Stadtrat nur darum ging, die Reichweite der Heimatzeitung für Propaganda für die Reichenhaller Corona-Demos zu nutzen.  

Im vierspaltigen Kommentar werden Bezüge von den Demos zu Nazis, zum Holocaust und zum Völkermord in Ruanda hergestellt.

Eigentlich haben meine politischen Aktivitäten und Leserbriefe zu mehr Transparenz und mehr Bürgerbeteiligung und insgesamt zur politischen Diskussion, aber auch systematischeren Arbeit im Stadtrat hier in der Stadt eine jahrelange Tradition. Da es mir darauf ankommt, nicht nur wie kolportiert am Rathausplatz herumzuschreien, sondern auch systematisch Veränderungen anzustreben, habe ich die in der GO unseres Stadtrates vorgesehene Möglichkeit einer Bürgeranfrage genutzt, um einige Dinge zu klären. Da ich schon mal als ganze Antwort auf eine Bürgerfrage "ja" bekommen habe, ist die o.a. Bürger"frage" hier sprachlich/grammatisch aufgebauscht.

Ich frug den Stadtrat:

  • Wie kommt es, dass in der Nachbarstadt Traunstein an alle Bürger Verzehrgutscheine zur Förderung der Gastronomie ausgegeben werden, bei uns sowas und andere Solidaraktionen (Spendensammlung) nicht möglich sind, ähnliches bzgl. Künstlerförderung.
  • und  ob mit den Beschlüssen der Stadt zu Erleichterungen bei Tourismusabgaben der Solidarität der Stadt gegenüber existenzgefährdeten Unternehmen Genüge getan ist?

Eine kleine Befragung kleiner Unternehmen/Shops von mir ergab, man weiß da, dass Vertreter der Stadt in größeren Unternehmen sich nach deren Ergehen erkundigt haben, aber nicht bei den voni mir befragten kleineren.

Nicht ohne Süffisanz, aber aufgrund jahrelanger Erfahrung, schlug ich als nächste Schritte die Projektmethode vor, wie ich sie bereits mit meinen Pfadfindergruppen gelernt habe umzusetzen. Informationen systematisch sammeln, zu bewerten und Aktionen zu planen, umzusetzen und am Ende alles zu bewerten und zu feiern. Die Süffisanz ist darin begründet, dass ich schon seit vielen Jahren durch Hinweise in vielen Leserbriefen und Einzelgesprächen ziemlich erfolglos versuche, eine systematische Arbeitsweise im Stadtrat zu implementieren.

Die Tatsache, dass es so eine Bürgerfrage in der GO gibt, hat die Stadt meiner Initiative zu verdanken, ebenso dass der Beschluss dazu nicht wie viele andere Ratsbeschlüsse mangels systematischer Dokumentation "vergessen" wurde und wir im Verlauf von Jahren (angeblich - das war das o.g. "Ja" auf eine Bürgeranfrage vor einigen Jahren) auf dem Weg sind, ein öffentiches Beschlussdokumentationssystem einzurichten.

Der OB Dr. Lung antwortet in der Sitzung auf meine Frage lt. o.a. Bericht, man habe ein Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht, nämlich 20 Gespräche geführt, das Stadtmarketing gestärkt (hatte weitgehend Homeoffice) und jetzt das Sanduhrparken, 15 min ohne Strafzettel vor Augen. Er gab bekannt, man wolle nicht wie in TS eine Förderung mit Gießkannenprinzip.

Ich höre das Gegenteil zu meinem Vorschlag heraus, man bevorzugt ein klientelorientiertes eklektisches Herumfördern der Lautesten, eben keine systematische Informationsuche. Aber das möge jeder selbst berurtielen. Wenn jemand behauptet, der Hinweis auf die Projektmethode sei abstrakt und nichtssagend ignoriert, dass das vorgestellte Prinzip Sehen, Urteilen, Handeln Basis fast allerArbeitsgruppen ist, wenn es in der Stadt unbekannt sind, ist damit auch ein Problem induziert. Anstatt über im Antrag enthaltenen politischen Diskrepanzen (z.B. TS-REI, 20 angehörte versus einer vielfach größeren Vielzahl betroffener Unternehmen) zu berichten entschließt sich die Chefredaktion Frau Zehringer zu einem Angriff auf meine Person. In vier Spalten wird, statt einer an sich peinlichen Bilanz städtischer Maßnahmen bzw. Passivität im Homeoffice im letzten halben Jahr, ein konspirativer Zusammenhang von mir und den auf den von mir verantworteten Kundgebungen unterstützten Belangen zum Faschismus erschwurbelt.

Ich habe in den vergangen 30 Jahren subsidiär eine Menge Dinge privat "geregelt", wofür man sich seitens der Stadt "nicht in der Lage sah", von Computerbeschaffung für die ersten vhs-EDV-Kurse, div. Erweiterungen WLAN u.a. Beschaffungen, Organisation und Fortentwickung der Integration & Sprachkurse v.a. Russlanddeutscher, Beschäftigung von Hilfskräften, Freifunk an vielen Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen, spez. auch 2015 bei der Flüchtlingsflut, Einrichtung und Betrieb einer Bildungsberatungsstelle seit über 10 Jahren, Engagement im Generationenbund u.a. Gemeinwohlprojekte. Es wird wohl nun auch auf eine Solidaritätsaktion hinauslaufen.

Ich bin da schon sprachlos und weiß nicht recht, ob ich mir eine derartige Nachrede von einer, wie sie selbst immer wieder kundtut, wahrheitsbesessenen (Furie) gefallen lassen muss. Es scheint mit dieser Persönlichkeit hier in Bad Reichenhall auch ein ziemlich über die Corona-Einschätzung hinausgehendes universales Problem vorzuliegen, wie ein paar Gespräche mit hiesigen, nicht CSU-konformen Bürgern offenbaren könnten: "Wenn ich den Kommentar/Meinung von der Frau Zehringer heute
richtig gedeutet habe, hat die liebe Chefredakteurin Dich auch
ganz eng ins Herz geschlossen ;-)
Oder täusche ich mich da? Was hast Du ihr denn angetan?"

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